EHEC – hohe Durchfallquote?

Derzeit drängt eine Mitteilung die Alltagsdramen der politischen Weltbühne ins Nachrichten-Aus: EHEC breitet sich aus und fordert erste Todesopfer.
Was ist das überhaupt, das so plötzlich unser aller Leben bedroht?

Escherichia coli ist ein Bakterium, dessen natürlicher Lebensraum – für die Verdauung unentbehrlich – der Darm von Mensch und Tier ist. Der Subtyp EHEC, das enterohämorhagische E. coli, produziert jedoch ein Toxin, das für die aktuellen Krankheitszustände verantwortlich ist. Der Erreger dringt in die Darm-Schleimhaut ein, greift bisweilen auch die Gefäßwände an und es kommt zu (blutig-) wässrigen Durchfällen. In Mitteleuropa erkrankt durchschnittlich einer von 100.000 pro Jahr, in Deutschland entsprechend rund 900 Menschen jährlich. Was ist also so besonders in diesem Jahr?

gefunden auf hain-lifescience.de

1. Die Anzahl der bislang Erkrankten? Mindestens 450 Menschen sollen sich laut jüngstenMeldungen der Ärtzezeitung mit EHEC infiziert haben bzw. stehen im Verdacht, erkrankt zu sein. Liegt noch im Rahmen, wird in den nächsten Tagen wohl noch ansteigen. Doch ist das allein so bedenklich: Ein Jahr mit mehr gemeldeten Krankheitsfällen als üblich? Mitnichten. Ungewöhnlich ist vor allem…

2. Das Alter der Erkrankten. Typischerweise infizieren sich vor allem Kleinkinder, bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung häufig asymptomatisch. Aktuell sind aber überwiegend erwachsene Frauen betroffen. Die drei bisherigen Todesopfer: Eine 83-jährige, eine 80-jährige und eine junge Frau, bei der der EHEC-Nachweis noch aussteht. Ich frage mich, warum das genaue Alter bei nur zwei Todesopfern bekannt gegeben wird. Soll die Umschreibung “junge Frau” die Angst in der Mitte der Gesellschaft schüren? In Relation zu den anderen beiden wäre auch eine 50-jährige noch jung. Interessant auch:

3. Die Theorie zum Ausbreitungsweg. Frauen sind betroffen = rohes Gemüse ist schuld. Üblicherweise wird der Erreger über EHEC-haltige Tierprodukte (unbehandelte Milch, rohes Hackfleisch etc.) übertragen. Gedüngte Felder? Denkbar. Bislang aber eher an den Haaren herbeigezogene Spekulation und wohl Quell anstehender Umsatzeinbußen im Rohkostabteil. Für viel wahrscheinlicher halte ich es, dass der Keim bei der Zubereitung von rohem Fleisch auf’s Gemüse gelangt ist – ob nun in der Kantine oder am heimischen Herd. Das Fleisch wird anschließend meist durchgegart, das (gesunde) Beiwerk gibt es roh dazu. Fakt ist, dass rund 50% der Rinderbestände in Deutschland mit EHEC durchseucht sind, was für die Tiere selbst folgenlos bleibt. Ein dezenter Hinweis auf Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung scheint hier weitaus angebrachter als der Fingerzeig auf ertragsorientierte Bauern.

Was aber (4.) am auffälligsten ist, ist der Medienhype, der momentan um die EHEC-Infektionen gemacht wird. Er erinnert schon leicht an die Hochsaison der Vogel- und Schweinegrippe. Dabei gibt es gar keinen EHEC-Impfstoff, den es zu vermarkten gilt…

Verfasst in weiterbehandeln

6 Responses to EHEC – hohe Durchfallquote?

  1. Gestern früh habe ich noch einen Kommentar im Radio (NDR Info) gehört, der sagt, dass es – im Unterschied zur Schweinegrippe – bislang noch keine Panik gibt. Jedoch muss ich gestehen, dass ich deutlich öfter gründlicher meine Hände wasche und überlege auf Salat zu verzichten ;-( Also doch etwas Panik?

  2. Desi says:

    Eine nachvollziehbare Reaktion auf derartige Meldungen, aber meines Erachtens nach schleicht sich genau so die Panik ein.
    Ist es nicht auch denkbar, dass gerade nach solchen Bekanntgaben viel mehr auf die Einhaltung etwaiger Hygienestandards gepocht wird? Statt also jetzt auf Salat zu verzichten, könnte man auch mutmaßen, in welchem Lebensmittelbereich der nächste Skandal lauert und sich vorsorglich dort schonmal in Verzicht üben…

  3. Toni says:

    Wie sagte Raab bei TV Total gerade!? Endlich trifft’s mal die Vegetarier. Sonst warn’s immer BSE u Co.

  4. Alex says:

    Ich war gerade einkaufen und konnte beobachten, dass die meisten Menschen zur Zeit einen Bogen um Gemüse & Co machen.
    Jetzt ganz auf Gemüse zu verzichten, finde ich übertrieben. Immerhin werden die Bakterien duch das Garen zerstört. Ich habe z.B. gestern anstelle eines Tomatensalates einen Tomatenauflauf, heute anstelle von rohen Paprika gefüllte Paprikaschoten mit Hackfleisch zubereitet.

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  6. sugar says:

    Jetzt sind es doch nicht die Keimlinge !

    Neulich…im Restaurant (ein Gast): “Nein, keinen Salat, bitte !”
    Nun, ich hatte auch eine winzige Salatgarnitur mit Knoblauchquark
    und lebe immer noch, allerdings sorge ich mich eher um das Schicksal der
    “Turbokühe”, die ungesund in Deutschlands Stallungen dahinsiechen und deren Todesurteil bereits seit
    der Geburt vorbestimmt ist ! Hier “keimt” es besonders, wenn man bedenkt,
    dass “Turbokühe” stets Entzündungen am Euter haben !

    Eine mögliche Verunreinigung von Blattsalaten, kann auch durch “Salat Dressings” hervorgerufen werden bzw. durch Salatöle etc.. Dass Blattsalat an den “Bruchstellen” Fäulnisbakterien bildet, dürfte allseits bekannt sein. Sprossen können bei unsachgemässer Keimung “Pilzsporen” bilden !
    Aber offensichtlich scheint diesbezüglich kein Problem zu bestehen !

    Gurken und Tomaten werden aufgrund der “Rufschädigung” gemieden und
    liegen im Supermarkt “unangetastet” in den Auslagen…letzthin waren es noch die “Dioxin-Eier”…und was kommt morgen !?

    Ich lebe aus Überzeugung vegetarisch, nicht veganisch !
    Das Angebot im Supermarkt ist sehr eingeschränkt !

    Was kommt als nächtes !??
    Wieviel Ekel muss man noch ertragen ?

    Und vor allem, wieviel Lügen werden uns Verbrauchern noch erzählt !?

    Denn nach Fukushima, Tschernobyl und Harrisburg ist doch ohnehin die Umwelt derart verseucht, dass jegliche “Verharmlosungstaktik” den Verbraucher noch mehr “sensibilisiert” hat !

    Die ganze Welt steckt in einem furchtbaren Disaster und jeder sollte endlich einmal aufwachen, aus dem “Dornröschenschlaf” (auch die Politiker (w/m), die
    der “Atomlobby” den Rücken stärken). Atomkraft, Radioaktiver Müll, Elektro Schrott und Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Ozon, Polkappenschmelzung, Naturkatastrophen… Wir leben alle auf dem “Blauen Planeten” und sollten dieses im “Einklang” mit der Natur tun. Die “Menschheit” ist auf dem Planeten “Erde” nur zu Gast ! Wir bewegen uns auf sehr dünnem Eis !

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